NoBillag trifft nicht nur die Medien

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Die Annahme der NoBillag-Initiative am 4. März kommt einem Medienmassaker gleich: Es würde das Ende der SRG sowie von zahlreichen privaten Radio- und Fernsehstationen der Schweiz bedeuten. Doch wer ist nebst den Medien sonst noch betroffen?

MusikerInnen

In Medien, die sich wegen Werbeeinnahmen am Massengeschmack orientieren müssen, wird die Schweizer Musikszene nur am Rande wahrgenommen und der Einheitsbrei nimmt zu! Ausserdem würden die Musikschaffenden einen substantiellen Teil ihrer SUISA-Urheberrechtseinnahmen verlieren.

Theater und Kunst

Regionale und weniger bekannte Theatergruppen sowie bildende Kunst erhalten bei gebührenfinanzierten Lokalradios eine wichtige Plattform. Wenn weniger über sie berichtet, nicht auf die Vorstellungen hingewiesen wird und keine Tickets verlost werden, gibt es im Endeffekt weniger Publikum.

Film

Die SRG investiert jährlich etwa 30 Millionen Franken in den Schweizer Film. Serien wie «Der Bestatter» und «Wilder» oder Filme wie «Die göttliche Ordnung» und «Schellen-Ursli» könnten ohne diese finanzielle Unterstützung nicht realisiert werden.

Clubs

Kleinere Acts, Sub- und Nischenkulturen finden in den Mainstream orientierten Medien kaum Beachtung. Auch hier bedeutet weniger mediale Präsenz weniger BesucherInnen im Club.

Sport

Die ZuschauerInnen wären direkt betroffen: Das Lauberhorn-Rennen müsste auf dem ORF geschaut werden und Fussball- oder Eishockeyspiele wären nur gegen Gebühren zu sehen. Ausserdem kämen viele Sportverbände ohne die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender in finanzielle Nöte, weil Sponsoren abspringen würden.

KMUs

Vom Ende der gebührenfinanzierten Medien sind Druckereien, Transportunternehmen, die Gastronomie, Blumenläden, Schreinereien, die Audio-Video-Branche und viele andere Gewerbetreibende unmittelbar betroffen. Hunderte oder gar Tausende von Arbeitsplätzen gingen verloren.

Kleine Parteien und Nichtregierungsorganisationen
Kleine politische Parteien und kleinere NGOs – worunter viele Menschenrechts-, Entwicklungs- oder Umweltorganisationen – erhalten in gebührenfinanzierten Medien die Möglichkeit, ihre Meinung oder ihre Anliegen kundzutun. Ohne diese Medien, die verpflichtet sind, breit zu informieren, erhalten oft nur noch Parteien und Organisationen mediale Aufmerksamkeit, die sich teure Inserate leisten können oder ihre Anliegen mit grossem Tamtam inszenieren.

Wohltätige Sammelaktionen

Ohne die SRG liesse sich zum Beispiel eine so breite Sammelplattform wie die Glückskette, die 24 Stunden in allen Landesteilen und in allen Landessprachen präsent ist, nicht aufbauen.

Menschen mit Beeinträchtigungen

Das SRF und viele konzessionierte, regionale TV-Sender untertiteln ihre Sendungen und übersetzen sie in Gebärdensprache. Für Sehbehinderte werden Filme mit Audiodeskriptionen produziert. Das Bedürfnis für behindertengerechte Kommunikation in den Medien ist zu klein, um es über den Markt zu finanzieren.