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«Journalismus braucht Feuer, und wenn es so richtig lodert, gibt es zwar manchmal Verbrennungen, dafür aber weniger Schall und Rauch.»

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Ostermundigen + Bern: Fusion 2024?

Heute im Info berichten wir über die mögliche Fusion der beiden Gemeinden Ostermundigen und Bern, über das Wintermärchen im Stadttheater Bern und über die Social Media Präsenz von Seniorinnen.

Gemeindefusion Ostermundigen/Bern

Kommt es schon bald zur „Heirat“ zwischen der Agglomerationsgemeinde Ostermundigen und der Stadt Bern? Ein Szenario, dass tatsächlich Realität werden könnte, denn beide Gemeinden wollen nun die Vor- und Nachteile einer möglichen Fusion abklären.

Geschehen soll dies mithilfe einer „Machbarkeitsstudie“ der Universität Bern, welche derzeit in die Wege geleitet wird. Die Machbarkeitsstudie ist nur ein kleiner Schritt, aber einer der womöglich wegweisend sein könnte für die Gemeinde Ostermundigen. Bereits vor Monaten wurde deutlich, dass die Agglomerationsgemeinde grosses Interesse daran hat, mit der Stadt Bern zu fusionieren. Nach intensiven Diskussionen überwies das Ostermundiger Parlament im August zwei Vorstösse zum Thema Fusion an den dortigen Gemeinderat. Nun wird das Anliegen demnächst auch im Berner Stadtparlament behandelt.

Donkey der Schotte & das Pferd, das sich Rosi nannte

«Gegen Windmühlen kämpfen» heisst so viel, wie einen aussichtslosen Kampf führen gegen eine eingebildete Gefahr. Die Redewendung stammt ursprünglich aus einer Episode des Romans «Don Quijote» des spanischen Schriftstellers Miguel de Cervantes, in welcher der Titelheld einen sinnlosen Kampf gegen Windmühlen antritt, die er für Riesen hält.

Dieser Kampf wird zur Zeit auch auf der Bühne des Berner Stadttheaters gefochten, und zwar im traditionellen Weihnachtsmärchen, welches Konzert Theater Bern jedes Jahr für Gross und Klein zeigt. Zuständig für den Stücktext der aktuellen Ausgabe sind Autorin Ariane von Graffenried und Autor Martin Bieri, welche sich Cervantes Klassiker aus dem Jahr 1605 vorgeknöpft und für die Neuzeit adaptiert haben. Herausgekommen ist dabei «Donkey, der Schotte und das Pferd, das sich Rosi nannte», eine vergnügliche, leichtfüssige Abenteuergeschichte, wobei diese im Unterschied zur literarischen Vorlage aus Sicht der Tiere erzählt wird. Zum einen ist da der sture aber belesene Esel Donkey (Gabriel Schneider), zum anderen Rosinante, ein junges, temperamentvolles Pferd (äusserst unterhaltsam: Milva Stark), das mit Rap-Einlagen und Zirkus-Ambitionen aufwartet. Und ausserdem ist da auch noch die Katze Dulcinea, verkörpert von Musikerin Christine Hasler, welche mit Gitarre und Minikeyboard ein formidables Ein-Frau-Orchester abgibt.

Im Zentrum der Handlung steht der Besitzer der Tiere, ein älterer Herr namens Ritter (Jürg Wisbach), der ausnehmend gerne und oft Ritterromane liest. Weil es mit dem Gedächtnis mittlerweile hapert, geraten bei Herrn Ritter auch schon mal Realität und Ritterfiktion durcheinander. Deswegen will ihn seine Tochter Antonia (Mirima Joya Strübel) ins Altersheim stecken und weil Altersheim für Herrn Ritter für Donkey und Rosi ebenfalls Altersheim bedeuten würde – im besten Fall, im schlechtesten: Schlachthof – brechen die drei zusammen mit Haushälterin Sancha Pancic (Mariananda Schempp) bei Nacht und Nebel auf, um in der grossen weiten Welt ihr Glück zu finden.

Sämtliche Abenteuer, welche das Autoren-Duo von Graffenried / Bieri die Viererschaft in «Donkey, der Schotte …» erleben lässt, sind in ähnlicher Form auch in Miguel de Cervantes Original vorhanden. So kämpft Herr Ritter gleich wie seine literarische Vorlage gegen einen faulen Löwen, der doch eigentlich gar nicht kämpfen will, greift eine Schafherde an, weil er diese für einen Soldatentrupp hält und erhebt sein Schwert gegen Windräder, weil er in diesen Riesen sieht. Das ist lustig anzuschauen, zumal Regisseurin Sophia Bodamer gerne auch mal Slapstickeinlagen einbaut und Konstantina Dacheva für die abenteuerliche Reise imposante und poetische Bühnenbild geschaffen hat.

Zu Miguel de Cervantes Lebzeiten (1547 – 1616) waren Ritterromane extrem populär. Die steigende Nachfrage führte zu vielen Fortsetzungen, wobei die Abenteuer immer fantastischer und unglaubwürdiger wurden. De Cervantes Don Quijote war aber nicht einfach ein weiterer Ritterroman, sondern eine Parodie auf das Genre, die vorführen sollte, dass die übermässige Lektüre solcher Geschichten zu Sinnvernebelung führen kann – genau so wie es eben dem Titelhelden Don Quijote passiert, der schlussendlich gegen Windmühlen kämpft.

Von Graffenried und Bieri lassen in ihrer Don-Quijote-Adaption den moralischen Zeigefinger weg, preisen dafür die Fantasie und appellieren daran, fremde Lebenswelten zu umarmen. Je mehr sich Rosi, Donkey, Sancha Pancic und schlussendlich auch Tochter Antonia auf die abenteuerliche Welt des Herrn Ritter einlassen, desto näher kommen sie alle einander. Warum also nicht einfach mal die Ratio über Bord werfen und gegen Windmühlen anreiten, wenn es doch verbindet und Spass macht?! Die jungen Zuschauer*innen, welche bei der Premiere von «Donkey, der Schotte …» ganz offensichtlich mit viel Spass bei der Sache waren, hätten jedenfalls ganz bestimmt kein Problem damit.

«Donkey, der Schotte und das Pferd, das sich Rosie nannte», Konzert Theater Bern, bis 26. Januar 2019

Rosi, Donkey, der wagemute Ritter und ein grossmäuliger Zirkuslöwe (Bild: Annette Boutellier)


Rosi & Donkey alias Milva Stark  & Gabriel Schneider (Bild: Annette Boutellier)

 

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