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Gerichtsfall Wilson A. verschoben

Im RaBe-Info fragen wir heute zunächst, weshalb die Gerichtsverhandlung im Fall von Wilson A. wegen rassistischer Polizeigewalt verschoben worden ist. / Dann besuchen wir das Performance Festival Bone in Bern welches derzeit in vollen Gängen ist und sprechen über das diesjährige Festivalthema «Newsbody». / Und im Radioblog macht sich Inforedaktorin Wilma Rall Gedanken, über sinnvolle Strategien gegen ihre senile Bettflucht.

Podcast der ganzen Sendung:


 

Verhandlung im Fall Wilson A. verschoben

Der Fall Wilson A. scheint noch lange nicht abgeschlossen. Im Herbst 2009 sollen drei Polizist*innen den dunkelhäutigen Wilson A. bei einer Kontrolle brutal angegriffen haben, obwohl dieser versicherte, er habe ein Herzleiden – was ein medizinische Gutachten später bestätigte.

Wilson A. und sein Anwalt Bruno Steiner mussten bis vor Bundesgericht, damit sein Fall überhaupt von der Zürcher Justiz verhandelt wurde, denn die zuständige Staatsanwältin wollte das Verfahren schon zwei Mal einstellen. Im vergangenen Jahr dann sprach das Zürcher Bezirksgericht die drei Polizist*innen frei, es handle sich hier laut Urteil um keinen Amtsmissbrauch, um keine rassistische Polizeigewalt. Das RaBe-Info hat vor, während und nach dieser Gerichtsverhandlung bereits über den Fall berichtet.

Am kommenden Montag hätte der Fall nun erneut aufgerollt werden sollen. Vom übergeordneten Zürcher Bezirksgericht, denn Wilson A. und sein Anwalt zogen das Urteil weiter. Diese Verhandlung ist nun jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben worden, weil der Anwalt Bruno Steiner einen Antrag auf Befangenheit des Richters gestellt hat.

Das Zürcher Bezirksgericht

Im Interview mit RaBe erklärt der Jurist Tarek Naguib von der Allianz gegen Racial Profiling die Hintergründe zum Fall: Bruno Steiner habe die Berufung gegen zwei der beschuldigten Polizist*innen zurückgezogen um so das Verfahren einzig auf den Einsatzleiter zu beschränken. Zudem habe er beantragt, dass die beiden bisher beschuldigten neu als Zeug*innen vorgeladen werden, als solche sind sie dann zur Wahrheit verpflichtet und können eine Antwort nicht verweigern. Der vorsitzende Richter lehnte diesen Antrag jedoch ab mit der Begründung eine Befragung der zwei würde sich auf Grund der Beweislage nicht aufdrängen. Bruno Steiner, der Anwalt von Wilson A. beurteilte diesen Entscheid des Richters als klares Zeichen für dessen Befangenheit, der Vorsitzende müsse bereits eine feste Meinung über das Beweisergebnis haben. Er fordert nun dessen Ausstand in der Sache, als Folge davon wurde die Verhandlung vom kommenden Montag verschoben.

Neben der Allianz gegen Racial Profiling kritisiert auch die Informationsplattform humanrights.ch das es sich beim Fall Wilson A. klar um institutionellen Rassismus handle. Und auch das Onlineportal Watson berichtete ausgiebig darüber.


 

«NewsBody» beim Performance Festival Bone

Täglich werden wir auf allen Kanälen mit News-Meldungen eingedeckt, sei es via TV, Radio, Zeitungen, Blogs oder digitalen Feeds. Aktualitäten spielen derzeit auch beim Performance Art Festival Bone im Schlachthaus Theater eine zentrale Rolle. Dieses steht heuer unter dem Motto «NewsBody» und ergründet während insgesamt fünf Tagen den Umgang von Performer*innen mit Aktualität.

Konkret bedeutet dies, dass im Schlachthaus Theater jeden Morgen eine Redaktionssitzung stattfindet, bei der das Kuratorenteam drei Themen festlegt, aus welchen Künstler*innen eines auswählen können. Am gleichen Abend zeigen diese dann eine Performance, in welcher die Aktualität verhandelt wird. Die Kurator*innen würden jeweils ein lokales, ein nationales und ein internationales Thema vorgeschlagen, erklärt Sibylle Omlin, Co-Leiterin des Bone. So standen am Mittwoch der Zwist um die jungem Berner Bären, der Tod der Fussball- und Trainerlegend Köbi Kuhn und der Stellenabbau des Autoriesen Audi zur Auswahl.

Bones-Redaktionsteam: Kurator*innen und Performer*innen legen die News-Themen fest

 

Nebst den Kunstschaffenden sind bei Bone auch diejenigen mit von Partie, welche News vermitteln: Journalist*innen. Diese befassen sich mit den gleichen Themen wie die Performer*innen, allerdings auf einer reflexiven Metaebene. Während Performer Martin Lee etwa Meldungen über den Tod von Köbi Kuhn in eine filmische Collage packt (Lee hat eine App erfunden, welche Meldungen zu einem bestimmten Thema auf veschiedenen News-Kanälen sammelt) sinniert Kultur- und Gesellschaftredaktorin Simone Meier (Watson) in ihrem Text darüber, welche Mechanismen der Tod einer prominenten Persönlichkeit bei Medien auslöst.

Der Beitrag zu NewsBody mit Stimmen von Sibylle Omlin, Dustin Kenel und einem Textausschnitt von Simone Meier:

Bone Performance Art Festival, 27.11 bis 1.12.2019, Schlachthaus Theater, Radio RaBe sendet live vor Ort!

Mit u.a.: Gilles Aubry (CH), Christine Hohenbücher und Barbara Holub (AT), Birgit Kempker (CH), Marc Lee (CH), Grey Truth (CH, B), Vreni Spieser (CH), Blond & Gilles (CH), Martin Schick (CH), Anne-Sophie Mlamali (CH), Marina Belobrojava (CH), Dustin Kenel (CH), Lucie Tuma (CH), Quynh Dong (CH), Crritic! Daniel Morgenthaler & Aoife Rosenmeyer (CH), U5 (CH), Thomas Geiger (AT), Vicenzo Capodici (CH), Christoph Draeger (CH, S), Max Küng (CH), Andrea Marioni (CH), Julie Semoroz (CH), Stefanie Christ (CH),

Martin Lees filmische Collage zum Tod von Köbi Kuhn:

 


 

Senile Bettflucht

Es ist Freitag und somit Zeit für unsere akustische Kolumne – den Radioblog. Dieser stammt heute aus der Feder von unserer Info-Redaktorin Wilma Rall und thematisiert sinnvolle Strategien gegen überraschende Anflüge von seniler Bettflucht. Entstanden: Ziemlich spontan, am Montag Morgen um 5 Uhr in der Früh.