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Cannabisstudie der Uni Bern überrascht

Heute im RaBe-Info:

Eine Studie der Universität Bern zeigt, dass die grosse Mehrheit der Kiffer*innen erfolgreich Strategien anwendet, um ihren Cannabis-Konsum durchaus in Grenzen zu halten.

Dann: Die Stadt Bern will rund 30 Millionen Franken aufwenden, wenn die städtische Stimmbevölkerung dem Kauf des Gaswerkareals zustimmt. Doch weshalb sollte die Stadt das Gaswerkareal überhaupt kaufen und was spricht dagegen?

Und: Was denken afrikanische Musiker*innen über die Einwicklungen in Europa und Amerika? Der Dokumentarfilm Contradict ist Soundcollage und Befindlichkeitsanlayse – ab morgen Mittwoch läuft er in Bern im Kino.

Podcast der ganzen Sendung:


 

 Cannabisstudie der Universität Bern liefert überraschende Erkenntnisse

Rund ein Drittel der Schweizer Bevölkerung hat schon einmal im Leben Cannabis konsumiert. Zwischen 200 000 und 300 000 Menschen konsumieren regelmässig Cannabis. Und das, obwohl der Konsum von Cannabis in der Schweiz verboten ist. Eine Studie der Universität Bern im Auftrag der Direktion für Bildung, Soziales und Sport, zeigt: Die grosse Mehrheit der Kiffer*innen wendet erfolgreich Strategien an, um ihren Cannabis-Konsum in Grenzen zu halten. Dazu zählen etwa das Vermeiden des Konsums vor wichtigen Aufgaben, vor der Arbeit, der Schule, oder dem Autofahren.

Wer solche Strategien anwende, so zeigt die Studie, konsumiere seltener, konsumiere geringere Mengen und zeige weniger Anzeichen von Abhängigkeit. Zudem scheint der Gesundheitszustand derjenigen Konsumierenden besser zu sein und sie fühlen sich subjektiv gesünder. Nur rund 1 Prozent der Bevölkerung legt ein problematisches Cannabis-Konsumverhalten an den Tag. Die aktuelle Verbotspolitik im Umgang mit Cannabis wird sowohl von Konsumierenden als auch von Nicht-Konsumierenden als wenig sinnvoll erachtet, wie die Studie aufzeigt.

Wenig Zustimmung erhält bei den Befragten aber auch die Forderung, dass Cannabis gar nicht reguliert wird. Sie bevorzugen einen Mittelweg: legal, aber unter gewissen Bedingungen. Zum Beispiel über der Verkauf durch Spezialgeschäfte mit geschulten Personen oder durch eine strikte Altersbegrenzung. Die Stadtberner Gesundheitsdirektorin Franziska Teuscher ist durch die Studie bestärkt, dass es eine neue Cannabis-Politik braucht. Die Repression gegen Cannabiskonsumierende kriminalisiere weite Teile der Bevölkerung, sagt sie. Mit einer Regulierung könnte man vor allem auch Menschen mit einem problematischen Konsumverhalten erreichen. Teuscher will deshalb ein Pilotprojekt in der Stadt Bern durchführen, bei dem Apotheken reguliert Cannabis abgeben können. Auf nationaler Ebene wird derzeit über eine Gesetzesänderung diskutiert, um solche Versuche durchführen zu können.

Die gestrige Medienkonferenz zur frisch veröffentlichten Cannabisstudie


 

30 Millionen für Gaswerkareal

Soll das Berner Gaswerkareal eine Grünfläche bleiben oder soll die Bevölkerung dort künftig in den Genuss von günstigen Wohnungen kommen? Über diese Frage wird die Stadtberner Stimmbevölkerung am 9. Februar abstimmen können.

Das Gaswerk. Bild: wiki

Wird die Vorlage des Gemeinderats angenommen, muss die Stadt rund 30 Millionen Franken für den Kauf des Areals aufwenden. Derzeit gehört das Gelände noch der aktuellen Eigentümerin, der EWB. Diese wäre auch dafür verantwortlich die Altlasten, welche derzeit noch im Boden vorzufinden sind, fachgerecht zu entsorgen. Mit dem Kauf will der Berner Gemeinderat zunächst weitere Zwischennutzungen ermöglichen, später sollen auf dem Areal dann preisgünstige Wohnungen entstehen.

Eine Idee mit der nicht alle einverstanden sind. Gewisse Vertreter aus der Stadtberner SVP wehren sich vehement gegen die Vorlage. Eine einheitliche Haltung vertritt aber auch die SVP nicht, betont Thomas Fuchs, Präsident der Stadtsektion:


 

Contradict – Soundcollage und Befindlichkeitsanalyse

In den vergangenen fünf Jahren hat die westliche Welt so einige gesellschaftspolitische Umwälzungen erlebt: In den USA wurde ein Mann namens Donald Trump zum Präsidenten gewählt und in Europa ist rechtskonservativer Populismus auf dem Vormarsch. Was passiert da genau in unseren Breitengraden? Und wie ordnet man diese Entwicklung anderswo ein, zum Beispiel auf dem afrikanischen Kontinenten? Mit dieser Ausgangfrage sind Filmemacher Peter Guyer und Musikwissenschaftler Thomas Burkhalter nach Ghana gereist und haben sich dort mit ihrer Kamera sechs Musiker*innen an die Fersen geheftet. Herausgekommen ist dabei der Dokumentarfilm Contradict – ideas for a new world, der zugleich Soundcollage, Befindlichkeitsanalyse und Porträt der Musikszene Ghanas ist.

Es gebe genügend Filme, die einen weissen Blick auf Afrika werfen würden, sagt Peter Guyer. Darum hätten er und Burkhalter in Contradict die Blickrichtung umkehren wollen. So kommen ausschliesslich Vertreter*innen der ghanaischen Kulturszene zu Wort, die auch für den Filmsoundtrack zuständig waren. In diesen Songs greifen die Fokn Bois, Adomaa, Worlasi, Akan, Mutombo Da Poet and Poetra Asantewa Themen wie Kolonialismus, Korruption oder das laute Treiben von Freikirchen-Priester auf und liefern damit spannende gesellschaftskritische Kommentare und Einordnungen.

Contradict zeigt, was die künstlerische Elite Accras beschäftigt und macht zudem deutlich, wie vielfältig die afrikanische Musikszene zu Gange geht, und auch, zwischen welchen Polen sie schwankt. Zum einen liegt da nämlich grosses Selbstbewusstsein und beissende Ironie in der Luft, zum anderen aber auch Verzweiflung über den Zustand des eigenen Landes. Darüber hinaus beleuchtet Contradict Mechanismen und Grundlagen von künstlerischem Widerstand im Allgemeinen und hält damit auch der europäischen Kunstszene den Spiegel vor. Von dieser würde er sich bisweilen ein bisschen mehr Verve und Biss wünschen, wie er ihn etwa in Accra erfahren habe, sagt Peter Guyer.

«Contradict – ideas for a new world», ab Mittwoch 29.1.20 im Kino Rex
Doppelkonzert Fokn Bois und Adomaa, Mittwoch 29.1.20 Turnhalle, 20:30 Uhr