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Mehr Schutz für flüchtende Kinder

Im RaBe-Info geht es heute um die katastrophalen Lebensbedingungen von unbegleiteten Kindern und Jugendlichen in griechischen Flüchtlingslagern, um die anhaltenden illegalen „Push-Backs“ an der bosnisch-kroatischen Grenze und um Menschen am Rande der Gesellschaft, die auf dem Coiffeurstuhl mit ihrem Spiegelbild konfrontiert sind.

Podcast der ganzen Sendung:


 

Petition für die Übernahme von unbegleiteten Kinderflüchtlingen

Sie werden missbraucht, verschleppt und  behandelt wie das letzte Stück Dreck. Kinder und Jugendliche, die sich auf der Flucht befinden, erleben in den Flüchtlingslagern vor Griechenland meist die Hölle. Das betrifft vor allem diejenigen, die ohne Begleitung ihrer leiblichen Eltern unterwegs sind.  Die Zustände in den Flüchtlingslagern auf den ägäischen Inseln sind dermassen desolat, dass nun sogar der Bundesrat handeln will.

Am vergangenen Freitag kündigte Bundesrätin Karin Keller-Sutter an, rund 200 dieser unbegleiteten Kinder und Jugendlichen in der Schweiz aufnehmen zu wollen. Allerdings müssen diese Kinder und Jugendlichen eine direkte familiäre Beziehung in die Schweiz haben, damit sie für eine allfällige Übernahme überhaupt zugelassen werden können. Das sorgt für Kritik. In einer entsprechenden Petition fordern Privatpersonen und PolitikerInnen den Bundesrat nun dazu auf auch andere Flüchtlingskinder aufzunehmen. Weshalb das dringend notwenig sei, erklärte mir Katarina Socha, Expertin für Asyl- und Ausländerrecht, im Gespräch:

Bild: Kinder auf Lesbos im Camp Moria, Dezember 2019


 

Weiterhin Push-Backs durch die kroatische Polizei

An der Grenze zwischen Bosnien und Kroatien sitzen Hunderte oder sogar Tausende Geflüchtete bei eisigen Temperaturen fest. Viele von ihnen berichten von sogenannten Push-Backs durch die kroatische Polizei, immer wieder würde diese die Flüchtenden gewaltsam zurück nach Bosnien bringen. Die Narben und kaputten Handys der Migrant*innen bestätigen dabei stumm das Erzählte.

Klaus Petrus, freier Fotograf und Redaktor für das Surprise Magazin, war sowohl im Oktober als auch jetzt, Mitte Januar in Bosnien. Im Interview mit RaBe berichtet er von der Schliessung des umstrittenen Camps in Vučjak und inwiefern diese das Leben der Migrant*innen noch schwieriger macht, davon, dass sich die Lage bei steigenden Temperaturen noch verschärfen wird und wie die kroatische Politik die illegalen Push-Backs der Polizei für gerechtfertig hält.

Geflüchtete aus Pakistan beim Kochen in einer Häuseruine ausserhalb von Bihac im Nordosten Bosniens, Januar 2020. © Klaus Petrus


 

Eindringlich und berührend: Im Spiegel

Wer im Coiffeur-Salon sitzt, ist ihm ausgeliefert, seinem Spiegelbild. Bei der Betrachtung seiner selbst denkt man vielleicht über das eigene Leben nach, über begangene Fehler, verpasste Chancen, oder über Träume, die nicht in Erfüllung gehen wollten. Das ist auch im Coiffeursalon von Anna Tschannen nicht anders.

Urs und sein Spiegelbild (Foto: Royal Film)

Seit rund 10 Jahren öffnet die 43-jährige Tschannen alle zwei Wochen ihren mobilen Coiffeursalon im Tageshaus für obdachlose Menschen in Basel. Während sie Haare schneidet, erzählen ihre Kund*innen. Es sind ergreifende Biografien, die da geschildert werden und die einmal mehr deutlich machen, wie fragil eine Existenz ist und wie schnell jemand aus dem Tritt geraten kann.

Für seinen Dokumentarfilm «Im Spiegel» hat Regisseur Matthias Affolter Anna Tschannen bei Arbeit im mobilen Coiffeur-Salon gefilmt, zum anderen auch vier ihrer Kund*innen, die ohne festen Wohnsitz leben, mit der Kamera hinausbegleitet. Entstanden ist ein intimer, eindringlicher und berührender Film, der gestrauchelte Menschen in ihrer ganzen Verletzlichkeit porträtiert, ohne dabei voyeuristisch zu sein.

«Im Spiegel» läuft derzeit in Bern im Kino Cinématte