Passed Tense (DJ Shadow Future Passed Remix) - George Fitzgerald
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Ausblick auf die Tour de Lorraine 2023

Einmal mehr steht die Tour de Lorraine an, das kritische Festival, welches dies- und jenseits der Lorrainebrücke mit Workshops, Vorträgen und anderen Veranstaltungen zum Nachdenken und Vernetzen anregt. Die diesjährige Ausgabe findet vom Donnerstag 20. April bis Samstag 29. April statt und widmet sich dem Themenkomplex Frieden und Krieg, Gewalt und Gewaltlosigkeit, Sicherheit und Solidarität.

Das RaBe-Info beleuchtet in einer Serie einige Aspekte, die auch an der Tour selbst verhandelt werden:

Performance «Metamorphose»

Zarina Tadjibaeva und Makhina Dzhuraeva, Foto: Yoshiko Kusano

Die Schauspielerin Zarina Tadjibaeva und die Tänzerin Makhina Dzhuraeva haben sich vor fünf Jahren im Tessin kennengelernt. In Tadschikistan geboren und aufgewachsen, hat ihr künstlerischer Weg sie in die Schweiz geführt. Schon bei ihrer ersten Begegnung wurde ihnen bewusst, wie viele biographische Parallelen sie haben. Deshalb entschlossen sie sich, eine gemeinsame Performance mit dem Titel «Metamorphose» zu erarbeiten. Anfänglich noch als Blick in die Vergangenheit gedacht, wurde schnell klar, dass die eigentliche Verwandlung, die gemeinsame Metamorphose, erst ihren Anfang nahm. «Es war nicht einfach, das Vergangene wieder hervorzuholen, viele Tränen und viel Schmerz waren Teil des Prozesses», meint Tadjibaeva. Aber obwohl das Stück sehr schwere Themen wie familiäre Gewalt und starre Geschlechterrollen verhandle, sei es auch fröhlich, es komme viel Humor darin vor, meint Dzhuraeva.

Zarina Tadjibaeva und Makhina Dzhuraeva haben sich zur Compagnie ReBelle Art zusammengeschlossen.

«Metamorphose» ist im Rahmen der Tour de Lorraine 2023 am Freitag, 28. April 2023, im Tojo Theater der Reitschule zu sehen.


«Mehr Frauen im Militär ist nichts Prograssives»

«Sicherheit ist auch weiblich!». Mit diesem Slogan will der VBS Frauen in die Armee locken: Bis 2030 sollen zehn Prozent der Armeeangehörigen weiblich sein. Stand heute: knapp ein Prozent – die Armee ist somit Männerdomäne. Gegen diese Frauenförderung wehrt sich aber die Gruppe Schweiz ohne Armee GSoA. Mehr Frauen in der Armee hätte nichts mit Gleichstellung zu tun: Soldatin zu sein sei nichts Progressives. «Der Militarismus, der dem Militär zugrunde liegt, hält eine extrem ungerechte Weltordnung aufrecht», argumentiert Roxane Steiger, politische Sekretärin bei der GSoA. «Wir sind der Auffassung, dass Frauen im Armeesystem selber militarisiert werden und patriarchale Perspektiven verinnerlichen, die einem feministischen Wertesystem widersprechen.»

Roxane Steiger ist politische Sekretärin bei der GSoA und wehrt sich gegen eine allgemeine Dienstpflicht für Frauen. (Foto: GSoA)

Die Schweizer Offiziersgesellschaft sieht das anders: In einer 2021 publizierten Stellungnahme fordert sie eine Dienstpflicht auch für Frauen. Auch die NZZ-Journalistin Birgit Schmid forderte letztes Jahr in einer Kolumne eine allgemeine Dienstpflicht für Frauen: Der Krieg in der Ukraine zeige, dass es kaum mehr Gründe gegen eine Wehrpflicht für Frauen gebe. Sowohl die Offiziersgesellschaft wie auch die Journalistin Birgit Schmid argumentieren mit dem gesellschaftlichen Bestreben, Frauen in allen Lebensbereichen gleichzustellen; also nicht nur in Lohn- und Arbeitsfragen, sondern auch wenn es um die Dienstpflicht geht. Die  GSoA wehrt sich gegen diese Dienstpflicht – ist so ein Feminismus, der die Gleichstellung in einigen Teilbereichen fordert, in anderen aber ablehnt, nicht eine Rosinenpickerei? Roxane Steiger verneint: «Das hat mit der Vertretung von feministischen Werten zu tun, die nicht kompatibeln sind mit einer patriarchalen Institutionen wie dem Militär!». Gefordert sei ein neues Konzept von Sicherheit, das nicht nur auf Militarismus und Aufrüstung beruhe. «Gerade die Pandemie hat uns gezeigt, dass Sicherheit andere Aspekte hat als nur der militärische. Sicherheit ist seit jeher weiblich!». Solange das nicht anerkannt werde, müsse man sich auch gegen jegliche Pflichten für Frauen im Militär wehren, so Roxane Steiger.

Wer zu diesem Thema mitdiskutieren möchte, kann am Workshop «Die Militarisierung der Frauen» teilnehmen, der im Rahmen der diesjährigen Tour de Lorraine am Samstag, 22. April um 13.30 im Progr stattfindet. 


Wie hängen Kohle, Klima, Krieg zusammen?

Im Rahmen des diesjährigen Tour de Lorraine findet übernächsten Samstag ein Workshop statt, der sich laut Titel mit Kohle, Klima und Krieg beschäftigt. Teilnehmende erarbeiten, inwiefern die drei Themenkomplexe zusammenhängen: Welche Verantwortung hat der Schweizer Rohstoffhandel in der Klimakrise? Und was bedeutet die Finanzierung des russischen Kriegs in der Ukraine über Exporte fossiler Brennstoffe für die Schweiz?

Co-moderiert wird der Workshop von Jonas Kampus, welcher beim Klimastreik aktiv ist und früher bei der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee GSoA gearbeitet hat.