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Wie geht es weiter bei der UPD?

Anfang Jahr sorgten die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) für viel Aufruhr, als der Verwaltungsrat beschloss, aus Spargründen mehrere Angebote abzubauen. Die UPD machte in der Folge den Kanton für die missliche finanzielle mitverantwortlich, der Kanton hingegen wies die Verantwortung von sich.

Nun wurde in dieser Geschichte ein weiteres Kapitel aufgeschlagen. Wie bereits letzte Woche das Psychiatriezentrum Münsingen (PZM), präsentierte die UPD gestern die Jahresrechnung mit einem Verlust in Millionenhöhe.

Beinahe eine Randnotiz in der Mitteilung. Der gesamte Verwaltungsrat der UPD tritt an der Generalversammlung Ende Juni nicht zur Wiederwahl an. Der CEO der UPD tritt ebenfalls zurück.

Diese Neuigkeiten irritierten. So übte etwa die SP Kanton Bern in einer Medienmitteilung scharfe Kritik. Die Kritik traf aber nicht etwa den Verwaltungsrat der UPD, sondern den Regierungsrat und die Gesundheitsdirektion des Kantons Bern. Der Regierungsrat habe beschlossen, die amtierende Verwaltungsratspräsidentin Patricia Kellerhals nicht wieder zu wählen, so die SP.

«Damit entzieht der Regierungsrat der Verwaltungsratspräsidentin das Vertrauen», sagt Stefan Jordi im Gespräch mit RaBe-Info. Jordi ist Präsident der SP-JUSO-Fraktion und Mitglied Gesundheits- und Sozialkommission im Grossen Rat. Der Vertrauensentzug komme zudem zu einem schlechten Zeitpunkt.

Den Vorwurf, die Berner Kantonsregierung entziehe der Verwaltungsratspräsidentin Patricia Kellerhals das Vertrauen und veranlasse so den gesamten Verwaltungsrat dazu, nicht mehr zur Wahl anzutreten, will Gundekar Giebel, Sprecher der Gesundheits-, Sozial und Integrationsdirektion des Kantons Bern (GSI) nicht kommentieren: «Wir lassen den Vorwurf so stehen», sagt Giebel.

Für SP-Grossrat Stefan Jordi handelte der Regierungsrat aber gerade in dieser turbulenten Zeit in Anbetracht der anstehenden Fusion der UPD mit dem PZM verantwortungslos. Der Regierungsrat setze mit dem Verlust von Vertrauen und Know-How zu viel aufs Spiel. Eine Kritik, die Giebel nicht nachvollziehen kann. Der Regierungsrat habe bereits zuvor davor gewarnt, bei der Fusion nicht all zu voreilig vorzugehen. Ausserdem biete sich nun die Möglichkeit, bei der Neubesetzung des Verwaltungsrats Synergien zu nutzen. Ein Vorteil für die Fusion also.

Konkret würde das bedeuten, dass Personen aus dem PZM-Verwaltungsrat gleichzeitig im UPD-Verwaltungsrat sitzen. Für Stefan Jordi ist das ein Schritt in die falsche Richtung. Die UPD sei schliesslich das Kompetenzzentrum des Kantons für Psychiatrie und nicht das PZM. Entsprechend müsse zur UPD Sorge getragen werden.

Im Streit zwischen der Kantonsregierung und der UPD-Führung hat also ein weiteres Kapitel begonnen. Der Ausgang des Ganzen ist noch sehr offen.