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«Unsere Arbeit basiert auf den Ideen , die die Propaganda überträgt»

Sasha Lvov ist Kunstschaffender aus St. Petersburg und lebt mittlerweile in Bern. Er ist Co-Produzent des Audiofilms «In the Womb of a Civil Women», der morgen abend in Bern gezeigt wird.

Der Film «In the Womb of a Civil Women» ist eine Auseinandersetzung mit der postsowjetischen Kultur. Er besteht aus Samples sowjetischer und russischer Musik, aus Sequenzen aus Theaterstücken, Radiosendungen und sonstigen Archivmaterialien. «Die Idee war, mit kulturellem Material zu arbeiten, das vor allem für die Generation unserer Eltern wichtig ist», erklärt Lvov. Diese Generation würde momentan eine wichtige Rolle in Russland und in Bezug auf den Krieg gegen die Ukraine spielen.

Der Film „In the Womb of a Civil Woman“ ist eine Auseinandersetzung mit der postsowjetischen Kultur und besteht aus Archivmaterialien. (Foto: Bildausschnitt des Films)

Das Archivmaterial wird im Film verzerrt oder verlangsamt wiedergegeben. Dadurch legt sich ein unheimlicher Schleier über das Gezeigte. «Diese Art des Editierens repräsentiert ein vorherrschendes Gefühl in Russland: Diese Frustration, wenn man keine Wahl hat, wenn man ständig auf etwas wartet, aber es nie dazu kommt.» Erzählt wird im Film keine lineare Geschichte, stattdessen wird ein Gefühl vermittelt: das Gefühl der Ängstlichkeit, der Ungeduld, des Wartens auf nicht eintreten wollende Veränderung. Im Film wird immer wieder auch sowjetische und postsowjetische Propaganda gezeigt. «Unsere Arbeit basiert auf den Ideen und Gefühlen, die Progaganda auf die Menschen überträgt», so Lvov.

Der Film trägt übersetzt den Titel «Im Bauch einer bürgerlichen Frau». Im Film gibt es aber keine Protagonistin, die diese bürgerliche Frau repräsentiert. Der Titel ist bewusst abstrakt gewählt, so Lvov. Es gehe um Eskapismus, um das Gefühl, keinen Bezug zur Realität zu haben. «Das ist für mich eine Assoziation mit Russland: Man ist immer im Mutterleib, wo man darauf wartet, geboren zu werden.»

Der Film «In the Womb of a Civil Women» ist morgen im Kunstraum Dreiviertel im Monbijou zu sehen, um 19 Uhr.