Kleine Buchhandlungen haben einen schweren Stand. Sowohl grosse Ketten als auch der Onlinehandel machen ihnen Konkurrenz – auch in Bern. Die Stadt soll deshalb prüfen, wo sie bei der Beschaffung von Büchern lokale Buchhandlungen bevorzugen kann. Eine entsprechende Motion hat das Stadtparlament dem Gemeinderat letzte Woche überwiesen. Wir haben mit Daniel Stehelin von der Buchhandlung Sinwel gesprochen, die zu «B-Lesen» gehört, einem Netzwerk von unabhängigen Buchhandlungen in Bern.
Ich bin froh, dass jetzt eine Sensibilisierung vorhanden ist, dass die sogenannten institutionellen Bestellungen für die unabhängigen Buchhandlungen in Bern wichtig sind; seien das die Bibliotheken oder auch die Schulen. Davon leben die meisten der kleinen und unabhängigen Buchhandlungen.
Ja, ganz sicher! Alle Umsätze, die wir machen, sind attraktiv für uns. In den Reaktionen auf diesen Vorschlag war zu hören, dass man mit den Steuergeldern sorgsam umgehen muss. Dabei gibt es aber zu bedenken, dass wir kleinen Unabhängigen vielleicht nicht immer den günstigsten Preis, aber besseren Service bieten. Wir können auf spezielle Wünsche der Kundschaft eingehen, vor allem auch der Schulen. Vermutlich besser, als dass grössere Unternehmen können.
Das sind vor allem die Schulen und an zweiter Stelle die Bibliotheken. Zu gewissen Teilen kauft ja die Kornhausbibliothek weiterhin bei den unabhängigen Buchhandlungen ein. Auch Institute der Universität sind sehr wichtig für uns.
Der Entscheid der Stadtpolitik ist ein wichtiger Schritt dazu. Bei manchen Buchhandlungen machen die institutionellen Bestellungen über 50% des Umsatzes aus. Was wir unabhängigen Buchhandlungen noch mehr herausstreichen können ist, dass wir speziellen Dienstleistungen bieten, dass wir spezielle Kenntnisse haben für unsere Fachbereiche. Der Kinderbuchladen zum Beispiel oder die Liberomania mit ihrem Fremdsprachensortiment. Und ich glaube, es ist einfach wichtig, dass das wieder mehr ins Bewusstsein der Leute kommt.