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2. Februar 2026
Der Stadtrat will lokale Buchhandlungen unterstützen
Kimberly Farmer / Unsplash
Foto: Kimberly Farmer / Unsplash Grossbestellungen soll die Stadt wo möglich bei lokalen Buchhandlungen aufgeben.

Kleine Buchhandlungen haben einen schweren Stand. Sowohl grosse Ketten als auch der Onlinehandel machen ihnen Konkurrenz – auch in Bern. Die Stadt soll deshalb prüfen, wo sie bei der Beschaffung von Büchern lokale Buchhandlungen bevorzugen kann. Eine entsprechende Motion hat das Stadtparlament dem Gemeinderat letzte Woche überwiesen. Wir haben mit Daniel Stehelin von der Buchhandlung Sinwel gesprochen, die zu «B-Lesen» gehört, einem Netzwerk von unabhängigen Buchhandlungen in Bern.

Was versprechen Sie sich vom Entscheid des Stadtrats?

Ich bin froh, dass jetzt eine Sensibilisierung vorhanden ist, dass die sogenannten institutionellen Bestellungen für die unabhängigen Buchhandlungen in Bern wichtig sind; seien das die Bibliotheken oder auch die Schulen. Davon leben die meisten der kleinen und unabhängigen Buchhandlungen.

Die Gemeinderätin Melanie Mettler wies am Donnerstag im Stadtrat daraufhin, dass die Stadt nur bis zu einem gewissen Betrag freie Hand hat. Wären denn die Aufträge, die in dieses Segment fallen würden, überhaupt attraktiv für Sie?

Ja, ganz sicher! Alle Umsätze, die wir machen, sind attraktiv für uns. In den Reaktionen auf diesen Vorschlag war zu hören, dass man mit den Steuergeldern sorgsam umgehen muss. Dabei gibt es aber zu bedenken, dass wir kleinen Unabhängigen vielleicht nicht immer den günstigsten Preis, aber besseren Service bieten. Wir können auf spezielle Wünsche der Kundschaft eingehen, vor allem auch der Schulen. Vermutlich besser, als dass grössere Unternehmen können.

Dass Beschaffungsaufträge von öffentlichen Institutionen weggefallen sind, war mit ein Grund dafür, dass die Münstergass-Buchhandlung schliessen musste. Welche dauerhaften Aufträge sichern zurzeit das Überleben der unabhängigen Buchhandlungen in Bern?

Das sind vor allem die Schulen und an zweiter Stelle die Bibliotheken. Zu gewissen Teilen kauft ja die Kornhausbibliothek weiterhin bei den unabhängigen Buchhandlungen ein. Auch Institute der Universität sind sehr wichtig für uns.

Es gibt also schon bereits einige öffentliche Institutionen, die bei kleinen Buchhandlungen ihre Bestellungen in Auftrag geben. Wie lässt sich abgesehen davon, dass Ladensterben im Buchhandel Ihrer Meinung nach aufhalten?

Der Entscheid der Stadtpolitik ist ein wichtiger Schritt dazu. Bei manchen Buchhandlungen machen die institutionellen Bestellungen über 50% des Umsatzes aus. Was wir unabhängigen Buchhandlungen noch mehr herausstreichen können ist, dass wir speziellen Dienstleistungen bieten, dass wir spezielle Kenntnisse haben für unsere Fachbereiche. Der Kinderbuchladen zum Beispiel oder die Liberomania mit ihrem Fremdsprachensortiment. Und ich glaube, es ist einfach wichtig, dass das wieder mehr ins Bewusstsein der Leute kommt.

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