Männer auf Pferden, Männer mit Schwertern, Männer die schlau schauen. Viele Statuen zieren die Berner Innerstadt, sie sollen an einflussreiche Menschen erinnern, die die Geschichte Berns prägten. Aber an wen wird da eigentlich erinnert? Und vor allem an wen nicht? Diese Episode Subkutan untersucht die Erinnerungskultur der Schweizer Hauptstadt und beleuchtet drei Projekte, die sich bewusst anders erinnern.
Kehrseiten. So heisst der Stadtrundgang des Netzwerk Verdingt, dem Netzwerk, das sich für ehemalige Verdingkinder und ihre Geschichte einsetzt. Redaktionsmitglied Valerian Mollet lässt sich bei diesem Rundgang von Stadtführer Daniel Schläppi die dunklen Ecken der Berner Sozialgeschichte zeigen. Stationen sind u.a. der Bahnhof, der Bundesplatz und die Münsterplattform.
Obwohl die Schweiz nie eine Kolonialmacht war, gibt es auch in Bern Spuren der Kolonialgeschichte. Zum Beispiel ein umstrittenes Wanbild, das Kindern das Alphabet beibringen soll, indem es beim Buchstaben N eine schwarze Person abbildet. Wie geht die Stadt Bern mit diesem kolonialen Erbe um? Das untersucht Mona Siegenthaler in dem sie einen digitalen Stadtrundgang der PH Bern besucht und sich auf der Seite Bern Kolonial durch Stadtkarten klickt.
1971 war es endlich soweit: Mit dem Frauenstimmrecht wurden die ersten Frauen ins Parlament aufgenommen. Diesen ersten 12 Parlamentarierinnen wurde ein Denkmal gewidmet an der Fassade des Bundeshauses. Es besteht aus vielen goldenen Kacheln, auf den ersten Blick ist die Bedeutung des Denkmals nicht ersichtlich. Wird das diesen ersten Frauen im Parlament gerecht? Wie sollte eine feministische Erinnerungskultur aussehen? Ein Gespräch mit Dr. Fabienne Amlinger, sie forscht am Interdisziplinären Zentrum für Gschlechterforschung IZFG der Universität Bern und veröffentlicht im April 2025 ihr ein neues Buch, welches die Geschichte(n) von Schweizer Politikerinnen seit 1971 genauer unter die Lupe nimmt.
Momentane Ausstellung im Bernischen Historischen Museum zum Thema Umgang mit Rassismus in Bern: