Gestern wurde José Antonio Kast zum Präsidenten vereidigt. Kast ist ein ultrarechter Abtreibungsgegner, der bei Migrationsthemen mit eiserner Hand regieren will. Sein Amtsantritt stellt den schärfsten Rechtsruck seit dem Ende der blutigen Militärdiktatur unter Augusto Pinochet dar. Noch vor wenigen Jahren schien das Land politisch in eine ganz andere Richtung zu gehen; mit einer starken progressiven Bewegung, einem verfassungsgebenden Prozess und dem jungen linken Präsidenten Gabriel Boric. Was bedeutet dieser Richtungswechsel für die sozialen Bewegungen Chiles? Und wie positioniert sich der neue Präsident aussenpolitisch? Darüber haben wir mit Cäcilie Schildberg gesprochen, sie ist promovierte Politikwissenschaftlerin und Leiterin des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Santiago de Chile.