RaBe-Info
Von
Sarah Heinzmann
am
21. März 2025
Angestellter der Stadt kauft Büromaterial unter der Hand

Die Stadt Bern hat in den letzten Jahren zu viel für Büromöbel ausgegeben. Ein Mitarbeiter von Logistik Bern hat bei der Beschaffung von Bürostühlen und -tischen keine Konkurrenzofferten eingeholt, sondern diverse Aufträge unter der Hand an ein Unternehmen vergeben, zu dem er ein enges persönliches Verhältnis hatte.

Die Beschaffungen fanden innerhalb von sogenannten Rahmenverträgen statt. Bei Rahmenverträgen wird die Beschaffungsinhalt, in diesem Fall Büromöbel, auf mehrere Jahre festgelegt und kann dann relativ frei beschafft werden. «Das heißt, dass nicht mehr so genau hingeschaut wird. Da musste man leider feststellen, dass da die internen Kontrollsysteme und Mechanismen nicht funktioniert haben», so Melanie Mettler, Gemeinderätin und Direktorin für Finanzen, Personal und Informatik der Stadt Bern.

Dem Mitarbeiter von Logistik Bern wird Vorsatz vorgeworfen, er habe wider besseren Wissens gehandelt. Er wurde fristlos entlassen.

« Glücklicherweise gibt es aktuell keine Hinweise darauf, dass dies der Fall sein könnte.»
Melanie Mettler, Gemeinderätin

Könnten auch andere Bereiche der Stadtverwaltung betroffen sein von dieser Problematik? Mettler verneint. «Glücklicherweise gibt es aktuell keine Hinweise darauf, dass dies der Fall sein könnte.» Der Gemeinderat habe entschieden, fortan bei den grösseren Rahmenverträge genauer hinzuschauen.

Für diesen Verstoss erntete die Stadt Bern von Firmen, die ebenfalls im Büromobiliarmarkt aktiv sind und von der Stadt Bern bei den Einkäufen in den letzten Jahren nicht berücksichtigt wurden, Kritik. Mettler zeigt sich verständnisvoll. «Es ist nachvollziehbar, dass die Mitbewerbenden nicht nicht zufrieden sind, wenn der Wettbewerb nicht korrekt spielt.», so Mettler.

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