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26. Januar 2026
Kurdischer Widerstand auf Berner Strassen
Kritisches Fotografiekollektiv
Foto: Kritisches Fotografiekollektiv

In den letzten Tagen ist Bern die Solidarität mit Rojava auf die Strasse getragen worden. Mehrere Demonstrationen sowie eine mehrtägige und andauernde Besetzung des Bundesplatzes machen auf die dramatische Situation in Nordostsyrien aufmerksam.

Die kurdische Diaspora fordert Unterstützung für die autonome Selbstverwaltung Rojavas, die aktuell unter massivem Druck steht. Seit Anfang Januar greifen Streitkräfte der syrischen Übergangsregierung Gebiete an, die von den Demokratischen Kräften Syriens kontrolliert werden. Für die kurdische Bewegung steht dabei mehr auf dem Spiel als territoriale Kontrolle.

«Wir fühlen uns im Stich gelassen. Es ist schmerzhaft mitzuerleben, dass unsere Lage kaum Beachtung findet und wir das Gefühl haben, laut schreien zu müssen, um überhaupt Unterstützung zu erhalten.»
Şilan Dersim Kurdischer Frauenrat Bern

Rojava gilt als politisches Projekt, das auf Basisdemokratie, sozialer Gerechtigkeit und der Befreiung von Frauen aufbaut, und damit weit über die Region hinaus Bedeutung hat, so von Şilan Dersim vom kurdischen Frauenrat Bern. Die hohe Präsenz auf den Strassen von Bern kommt nicht zufällig. Die kurdische Bewegung blickt auf eine lange Tradition der Selbstorganisierung zurück. Viele Aktivist*innen, auch in der Schweiz aufgewachsen, sehen den Protest als notwendige Reaktion auf eine existenzielle Bedrohung. Ziel ist es, politischen Druck aufzubauen und Aufmerksamkeit zu schaffen, gerade weil über die Situation in Rojava bislang nur wenig berichtet wird.

Wir haben uns mit Şilan Dersim über die aktuelle Situation in Nord- und Ostsyrien sowie die Proteste in Bern ausgetauscht.

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