Die kurdische Diaspora fordert Unterstützung für die autonome Selbstverwaltung Rojavas, die aktuell unter massivem Druck steht. Seit Anfang Januar greifen Streitkräfte der syrischen Übergangsregierung Gebiete an, die von den Demokratischen Kräften Syriens kontrolliert werden. Für die kurdische Bewegung steht dabei mehr auf dem Spiel als territoriale Kontrolle.
Rojava gilt als politisches Projekt, das auf Basisdemokratie, sozialer Gerechtigkeit und der Befreiung von Frauen aufbaut, und damit weit über die Region hinaus Bedeutung hat, so von Şilan Dersim vom kurdischen Frauenrat Bern. Die hohe Präsenz auf den Strassen von Bern kommt nicht zufällig. Die kurdische Bewegung blickt auf eine lange Tradition der Selbstorganisierung zurück. Viele Aktivist*innen, auch in der Schweiz aufgewachsen, sehen den Protest als notwendige Reaktion auf eine existenzielle Bedrohung. Ziel ist es, politischen Druck aufzubauen und Aufmerksamkeit zu schaffen, gerade weil über die Situation in Rojava bislang nur wenig berichtet wird.
Wir haben uns mit Şilan Dersim über die aktuelle Situation in Nord- und Ostsyrien sowie die Proteste in Bern ausgetauscht.