RaBe-Info
Von
Simone Keller
am
28. März 2025
Proteste in der Türkei: ODTÜ Studierende organisieren sich
Studierende der ODTÜ Universität in Ankara werden durch die Polizei brutal niedergeschlagen. (Foto: ©metupics IG)

Die Technische Universität des Nahen Ostens (ODTÜ) ist bekannt für eine starke Protestkultur unter den Studierenden. Im Zuge der Verhaftung des Istanbuler Bürgermeistern Imamoğlus haben sich auch in diesen Tagen ODTÜ Studierende organisiert. Vor allem diese Woche habe es abends verschiedene Aktionen auf der Strasse und tagsüber auf dem Campus der Universität gegeben, erklärt einer der Protestierenden Alkim: «Wir wollen unsere Stimme gegen die Regierung erheben.»

«Wir wollen unsere Stimmen gegen die Regierung erheben.»
Alkim Student

Der 20-jährige Student erzählt von dem hohen Masse an Solidarität, das derzeit unter den Studierenden herrsche. Die Student*innen hätten vereinbart, den Unterricht in dieser Woche an der Universität zu boykottieren. Stattdessen gebe es offene Vorlesungen, Diskussionsforen über Protestmöglichkeiten und verschiedene Kunstaktionen.

Die Studierenden riskieren dabei aber viel. Ihre Proteste werden von der Polizei gewaltsam niedergeschlagen. Die Polizei warte jeweils vor den Toren des Universitäts Campus und stehe mit mehreren Wasserwerfern bereit, berichtet Alkim: «Zuerst drängen sie uns mit dem  Wasserstrahl zurück und greifen uns dann mit Pfefferspray, Gaskartuschen und sogar Gummigeschossen an.»

«Zuerst drängen sie uns mit dem  Wasserstrahl zurück und greifen uns dann mit Pfefferspray, Gaskartuschen und sogar Gummigeschossen an»
Alkim Student

Die Gewalt, welche die Protestierenden erfahren, wird von Menschenrechtsorganisation wie Amnesty International scharf kritisiert. Gemäss Medienberichten und Zahlen der Behörden beläuft sich die Zahl der festgenommenen Demonstrierenden seit Beginn der Proteste am 19. März über 1100. Die willkürlichen Festnahmen betreffen auch Studierenden der ODTÜ Universität.

«Wenn wir uns von den Protesten zurückziehen, nimmt die Polizei jeweils Protestierende mit.», so Alkim und fährt fort: «Sie verhafteten auch viele unserer Freunde.»

Doch die Studierenden lassen sich trotz brutaler Repression nicht einschüchtern: «Wir, die Studierenden der Technischen Universität des Nahen Ostens, werden  auch weiterhin von unserem Recht auf Demonstrationen und Kundgebungen Gebrauch machen.» Denn sie wollen in einer sicheren Türkei leben, in der es keine Gesetzlosigkeit und Ungerechtigkeit gäbe.

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