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ZEITSPRUNG: Militärputsch in Chile

Kurz vor Mittag des 11 Septembers 1973 fallen die ersten Bomben auf den chilenischen Präsidentenpalast. Über das linke Radio Radio Magallanes wendet sich der chilenische Präsident Salvador Allende an seine Bevölkerung: «Sie können uns knechten, aber soziale Prozesse lassen sich weder mit Verbrechen noch mit Gewalt aufhalten. Die Geschichte gehört uns, und es sind die Völker, die sie schreiben!» Mit diesen letzten Worten verabschiedet sich Allende vom Chilenischen Volk. Wenige Minuten später wird der Präsidentenpalast gestürmt. Allende begeht angesichts der aussichtslosen Situation Suizid, die dunkle Ära der chilenischen Militärdiktatur unter Augusto Pinochet beginnt. Der SRF Korrespondent Walter Hanf bezeichnet den Putsch im Echo der Zeit als Genickbruch  für die südamerikanische Linke.

Am 11. September wurde der Präsidentenpalast in Santiago de Chile, genannt La Moneda, bombardiert. (Foto: Biblioteca del Congreso Nacional)

Mit dem Putsch endete  die Regierungszeit Salvador Allendes, eines demokratisch gewählten Sozialisten. Drei Jahre dauerte die Ära. In dieser Zeit verstaatlichte Allende Kupferminen und Grossbanken, enteignete in einer Agrarreform Grossgrundbesitzer und gewann so die Massen für sich.

Salvador Allendes Regierungszeit endete mit dem Militärputsch (Foto: Biblioteca del Congreso Nacional)

Doch von Anfang an gab es eine Opposition gegen Allende: In Strassenkämpfen zwischen Rechtsextremen und Regierungsanhängern starben duzende Personen, ab Mai 1973 boykotierte die parlamentarische Opposition die Regierungspläne Allendes kategorisch. Auch die USA war mitten im kalten Krieg wenig begeistert von der linken Regierung Chiles. Die amerikanische CIA unterstützte jahrelang die Stimmungsmache gegen Allende. Sie stand sie hinter Diktatur Augusto Pinochets, der indess nie demokratisch bestätigt wurde.

Bis 1990 dauerte diese Diktatur an, deren politische DNA aus Morden, Folter und Attentaten bestand. 2000 Menschen kostete sie das Leben, tausend sind weiterhin verschollen. Seinen Anfang nahm diese Schreckensherrschaft genau heute, vor fünfzig Jahren, am 11. Setpemer 1973

Die Diktatur zerschlug viele der grossen zivilgesellschaftlichen Organisationen. Ein Schock, von dem sich die Gewerkschaften in Chile bis heute nicht erholten. Darüber haben wir mit Malte Seiwerth geredet. Er ist Journalist beim Onlinemagazin das Lamm. Malte Seiwerth lebt in Santiago de Chile. Als freier Journalist schreibt er vor allem über soziale und politische Bewegungen in Chile.