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Mit nur einem Ticket durch Europa

im heutigen RaBe-Info geht es um den Traum, mit nur einem einzigen Ticket durch ganz Europa reisen zu können, um faszinierende Blind-Dates mit kulturellen Institutionen und um ein neues Gaskraftwerk in Mexico, das noch nie in Betrieb genommen wurde, weil weder Gas noch Wasser zur Verfügung stehen.

Podcast der ganzen Sendung:


 

1 Reise 1 Ticket

Wer in Europa mit dem Zug reist, stellt rasch fest, dass das Suchen und Buchen von Verbindungen kompliziert und umständlich ist. Verschiedene Anbieter müssen angefragt werden, am Ende hält die Passagierin mehrere Fahrscheine in der Hand.

Um dies zu ändern, lancierte der Verkehrsclub Schweiz VCS eine Petition: Er fordert den Bundesrat auf, sich dafür einzusetzen, dass das internationale Ticketing für Bahnreisen einfacher wird. Denn eine einfachere Buchung würde wohl einige Reisende dazu bewegen, statt das Flugzeug den Zug zu nehmen, so der VCS. Beim Aufbau eines gesamteuropäischen Systems könnten die Anbieter von den Erfahrungen der Schweiz profitieren, sagt VCS-Präsident Ruedi Blumer. Hierzulande seien über 240 Transportunternehmen tätig, dennoch sei es möglich, mit einem einzigen (E-)Billett mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln wie Bahn, Bus und Schiff zu reisen. Wertvolles Knowhow habe die Schweiz also, welches sie dem Aufbau eines europaweiten Systems «1 Reise – 1 Ticket» zur Verfügung stellen könnte.

© VCS


 

Blind Date im Schützenmuseum

Das Kultur-Blind-Date ist genau das, was der Name sagt: eine Verabredung mit einer Kulturinstitution, ohne zu wissen, mit welcher. Vor zwei Jahren wurde die Veranstaltung zum ersten Mal durchgeführt, am 1. März 2020 geht sie in die zweite Runde. Wer sich beim Blind Date anmeldet, erhält einen Einblick hinter die Kulissen einer Kulturinstitution, weiss allerdings nicht, welche das sein wird. Mit dabei sind Museen, Theaterhäuser, Konzert- und Veranstaltungsorte ganz unterschiedlicher Natur und aus den unterschiedlichsten Sparten, so zum Beispiel das Alpine Museum, die Heitere Fahne, das Theater an der Effingerstrasse, die Kunsthalle Bern oder die grosse Halle der Reitschule. Daneben sind auch Institutionen beteiligt, welche vielleicht weniger bekannt sind. RaBe-Inforedaktorin Feuz hat eine davon besucht, und das klang so:

Regula Berger mit Silberpokal (1875), einem Geschenk des niederländischen Königs Wilhelm III

Die Sammlung im Schützemuseum – zu sehen gibts unter anderem Pokale, Medaillen, kunstvoll bemalte Zielscheiben und alte Karabiner, sowie derzeit in einer Sonderausstellung Kunstfotografien – gehe auf das Eidgenössische Schützenfest zurück, welches 1885 im Kirchenfeld stattgefunden habe, erzählt Regula Berger, welche seit drei Jahren als Direktorin agiert. Sie betont, dass das Schützenmuseum nicht einfach ein Waffenmuseum sei, sondern vielmehr die Geschichte von Schweizer Schützenvereinen dokumentiere.

Beim ersten Blind Date, welches 2018 durchgeführt worden sei, habe es durchaus auch erstaunte Gesichter gegeben, als den Beteiligten klar geworden sei, dass sie dem Schützenmuseum zugelost worden seien. «Uns kennt fast niemand», sagt Regula Berger. Es sei dann natürlich umso schöner, wenn auch skeptische Menschen am Schluss der Veranstaltung mit einem zufriedene Gesicht von dannen ziehen würden. Und ausserdem ergehe es anderen Kulturinstitutionen wahrscheinlich nicht anders, was Vorurteile anbelange, sagt Berger. Man denke bloss an die Grosse Halle der Reitschule.

Regula Berger im Interview mit RaBe:

Das Kultur Blind Date vom 1. März 2020 ist ausverkauft, weitere Daten: 1. Juni und 1. September 2020.

Mit dabei sind Das Theater an der Effingerstrasse | Kunst- und Kulturhaus visavis | Alpines Museum der Schweiz | Schlachthaus Theater Bern | Konzert Theater Bern | Dampfzentrale Bern | Junge Bühne Bern | Spinnerei Grosse Halle | Theater Matte | Heitere Fahne | Kunsthalle Bern | Nationalbibliothek | Museum für Kommunikation | Hochschule der Künste Bern | Schweizer Schützenmuseum Bern | Grosse Halle der Reitschule | Lichtspiel

Kleider-Frey-Luftgewehr-Schiessanlage sorgt bei Museums-Besucher*innen für Nostalgie


 

 Proteste gegen Kraftwerk in Mexiko

Ein komplett neu gebautes Gaskraftwerk steht in Huexca einem kleinen Dorf, etwa zwei Fahrtstunden südlich von Mexiko-Stadt, hier soll aus Erdgas Strom entstehen. Vor dem Bau wurden betroffene Gemeinden aber nicht einmal informiert, von den Plänen erfuhren die Anwohner*innen erst, als die Baumaschinen 2012 auffuhren.

Vor zwei Jahren wurde das Kraftwerk fertig gestellt, Strom hat es jedoch bis heute nicht geliefert, denn das wichtigste, was so ein Gaskraftwerk braucht, fehlt: Gas und Wasser! Grund dafür ist ein bitterer Konflikt zwischen mehr als 80 vor allem bäuerlich geprägten Anliegergemeinden, privaten Unternehmen, dem staatlichen Stromversorger, und der Politik. Die Gegner*innen der Inbetriebnahme wehren sich nämlich gegen gefährliche Pipelines, welche Gas an Vulkanen vorbei nach Huexca liefern sollen. Ein unglaubliches Explosionsrisiko bestätigen Wissenschaftler*innen. Und sie kritisieren das Vorhaben, das Kühlwasser aus einem nahe gelegenen Fluss abzuzweigen. Sie befürchten, dass das Kraftwerk den Fluss erhitzen wird und dem Wasser Nährstoffe und Sauerstoff entziehe. Hinzu kommt: Vor einem Jahr wurde Samir Flores ermordet, einer der prominentesten Kraftwerksgegner im Land. Das Radio Onda hat sich in der Region umgehört.

© Radio Onda